Andreas Dress
Taumel im Diesseits 
24. 05. - 17. 06. 2012
Malerei, Grafik und Künstlerbuchobjekte
Kulturhaus Reitstadel
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Er ließ sich treiben, ohne getrieben zu sein, und erliegt seit Jahren der Lust an der Vieldeutigkeit sichtbarer Rätsel, die sich ihm aufdrängen. Damit wird eine wahrhaftige Explosion von Bildern ausgelöst. Bildern, die sich überlagern, miteinander verweben, in Bewegung sind – auf den Papieren und den Leinwänden. Linien – zart tänzelnde, sich im Nichts findende, aggressiv sezierende, Formen auslöschende, figurativ bestimmende – umreißen den ekstatischen Lebenstanz von menschlichen Leibern zwischen Höhenflug und Höllensturz. Der „Taumel im Diesseits“ mündet in die Hoffnung, des Lebens Sinn zu begreifen, der Endlichkeit allen Wünschens, Trachtens und Begehrens zu trotzen. Vom Scheitern und der grenzenlosen Lust, zu leben und zu lieben, erzählen die Bildwerke von Andreas Dress. 1943 in Berlin geboren, verlebte Andreas Dress seine Kindheit in Sebnitz und seine Jugend in Bethel bei Bielefeld, von wo aus er Fahrten nach Dänemark, Großbritannien, der Schweiz, Frankreich und Spanien unternahm. 1974 erhielt er sein Diplom an der HfBK Dresden. Er beschäftigte sich mit Holzschnitt, Radierung, Lithografie, Siebdruck und Malerei, drehte 8-mm-Filme, denen Phasen freier Zeichnung zu Grunde lagen. Er realisierte zahlreiche Rauminstallationen und Künstlerbücher. Andreas Dress nahm und nimmt für sich das Recht in Anspruch, figurativ bestimmte Botschaften wie einen Feuerregen über uns zu werfen, um uns aus der Besinnungslosigkeit zur Besinnung kommen zu lassen, bewusst zu sein. Er gehört zu den ganz großen sächsischen Künstlern, die eine umfassende Würdigung ihres Gesamtwerkes verdienen. Karin Weber, Dresdner Neueste Nachrichten
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